Schabmadonna (Schabfigur)
Eine Schabmadonna ist eine sogenannte Schabfigur, von der Gläubige früher Material vom Ton bzw. Lehm abschabten. Die Gläubigen gingen davon aus, dass der Abrieb über heilsame Kräfte verfügen würde, weshalb man ihn über Essen oder auch Tierfutter gestreut hat.
Die hier verkauften Schabmadonnen werden nur zu Dekorationszwecken verkauft und nicht zur Nutzung als Schabfigur.
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Im Folgenden finden Sie Schabmadonnen zum Kaufen:
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Einsiedeln-Schabmadonna mit Kleid in der spanischen Hoftracht Nr. 2
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Einsiedeln-Schabmadonna mit Kleid in der spanischen Hoftracht
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Einsiedeln-Schabmadonna Nr. 4
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Altötting-Schabmadonna aus schwarz gefärbtem Ton
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Einsiedeln-Schabmadonna mit zwei Raben auf der Rückseite
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Einsiedeln-Schabmadonna Nr. 2
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Einsiedeln-Madonna als Schabmadonna
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Einsiedeln-Schabmadonna mit grünen und roten Punkten
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Schwarze Madonna (Einsiedeln) als Schabmadonna
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Begriff Schabmadonna
Teilweise wird statt «Schabmadonna» auch der Begriff «Schabemadonna» verwendet. Dieser Begriff Schabmadonna bzw. Schabemadonna stammt daher, dass man von der Rückseite oder vom Sockel der Schabmadonnen etwas Ton bzw. Lehm abgeschabt hat, um diesen unter anderem für medizinische Zwecke zu nutzen.
Im Dialekt der Einsiedler werden bzw. wurden sie auch «Laicheibli» genannt, was man am besten mit Lehmfigürchen übersetzt («Lai» steht für Lehm und «Cheibli» für «liebenswerte Frau»).
Man kennt insbesondere Schabmadonnen aus Einsiedeln (Schwyz, Schweiz), die häufig bemalt sind, und Schabmadonnen aus Altötting (Oberbayern, Deutschland), die häufig komplett schwarz sind.
Geschichte der Schabmadonnen
Schabmadonnen gehören zu den sogenannten Devotionalien, wurden also zumindest in der Zeit, als sie von der Kirche selbst hergestellt wurden, von der Kirche geweiht und gesegnet.[1]
Die Schabmadonnen aus Einsiedeln wurden nachweisbar ab dem 17. Jahrhundert vom Kloster hergestellt. Ein Exemplar aus der Kunstsammlung des Klosters Einsiedeln weist zum Beispiel die Jahreszahl 1679 auf. Vermutlich begann die Herstellung der Schabmadonnen jedoch schon davor.[1]
Das Kloster von Einsiedeln hatte zum Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 die Schabmadonnen selbst oder Personen hatten diese mit dessen Bewilligung hergestellt, denn das Kloster besass das Monopol zur Herstellung von Devotionalien und damit auch der Schabmadonnen. Die vom Kloster abgegebenen Schabmadonnen wurden kostenlos verteilt.[1]
Das Kloster warnte etwa im Jahr 1739 im Mirakelbuch ausdrücklich vor Nachahmungen, die von Verkäufern auf dem Klosterplatz verkauft worden seien.[2] Nur den Originalen aus dem Kloster wurden vom Kloster wundertätige Eigenschaften zugeschrieben, während die Nachahmungen vom Kloster als Aberglaube bezeichnet wurden.[3]
Nach dem Einmarsch der Franzosen, also ab 1798, durfte jeder Schabmadonnen herstellen. Das Kloster soll aber ab diesem Jahr, als es das Monopol über die Produktion verloren hat, damit aufgehört haben. [7]
Es gibt Berichte, wonach sogar noch um 1920 Schabmadonnen produziert wurden.[1] Andere Quellen gehen davon aus, dass sie noch während eines Großteils des 20. Jahrhunderts weiter hergestellt wurden. [7] In der heutigen Zeit (Stand 28. Juni 2026) werden keine Schabmadonnen mehr in den Devotionalienläden in Einsiedeln verkauft.[1]
Die ab 1798 von Personen ausserhalb des Klosters hergestellten Schabmadonnen enthalten sicher keine der «heiligen» Beimischungen, da diese Personen keinen Zugang zu diesen hatten.[3]
Morphologie und materielle Eigenschaften
Die Grösse der Schabmadonnen schwankt zwischen 1 und 25 cm. Was das Material angeht, handelt es sich nicht um reinen Ton, sondern eher um Lehm. Aus Quellen aus dem 18. Jahrhundert wird entnommen, dass den vom Kloster hergestellten Schabmadonnen «verschiedene kostbare Reliquien der Heiligen Gottes» beigemischt worden seien. Auch von heiligem Öl aus den Leuchten der Gnadenkapelle wird gesprochen und von verschiedenen «Gesundheitskräutern». In der Literatur liest man dazu unter anderem, dass Materialien der Gnadenkapelle beigemischt wurden, wie Staub, Erde oder Mörtel oder Reliquienstaub. Allerdings ist bis heute unsicher, ob und falls ja, was genau den Schabmadonnen vom Kloster beigemischt wurde.[2] Bei den später von privaten Unternehmen hergestellten Exemplaren fehlten diese Bestandteile natürlich, da sie nicht zur Verfügung standen. [3]
Die Figuren wurden in Metallformen hergestellt. Der Lehm wurde in die Formen gepresst. Nachdem man sie trocknen ließ, hat man sie entweder im Ofen gebrannt oder nicht. Für die Nutzung als Schabmadonna hat man sie ungebrannt gelassen, obwohl auch gebrannte gefunden wurden, die teilweise abgerieben waren. Die gebrannten „Gnadenbildkopien“ hat man aber eher bei sich getragen; es wurden ihnen Wunder zugeschrieben. Manche Figuren, gebrannt oder nicht, wurden dekoriert oder vergoldet.
Wenn eine Schabmadonna von dem Kloster während der Herstellung beschädigt wurde, hat man sie zum Beispiel in den Wänden von Häusern eingemauert, denn da die Schabmadonnen Reliquien enthielten, durfte man sie nicht entsorgen. Alle Schabmadonnen, die auf dem Klosterplatz gefunden wurden, sind ungebrannt.[4]
Obwohl die Schabmadonnen je nach ihrer Funktion in der Größe stark variieren können – zwischen 1 und 25 Zentimetern – [10] , lassen sie sich in drei Typen unterteilen: die stilisierten mit einem mehr oder weniger kreisförmigen Durchmesser, diejenigen mit einem Behang und die sehr flachen Schabmadonnen. Die flachen Exemplare wurden, wie Rothkegel feststellen konnte und wie der Fund von Stücken mit Kleber auf der Rückseite belegt, im 19. und 20. Jahrhundert als Sammlerstücke auf Papier oder Karton verwendet. [9]
Marke auf Schabmadonna
Die vom Kloster Einsiedeln hergestellten Schabmadonnen enthielten eine «Echtheitsmarke». Allerdings wird diese Marke unterschiedlich beschrieben. Teilweise wird berichtet, es sei das Abteiwappen, das die beiden Raben enthält. Dass es das Abteiwappen mit den zwei Raben ist, welches auf die Produktion durch das Kloster hinweist, dafür spricht, dass es eine Pressform aus Gusseisen gibt, die Schabmadonnen mit genau diesem Wappen gepresst hat. Man geht davon aus, dass nur die Schabmadonnen, die die Klosterwappen enthielten, echte Klosterschabmadonnen waren.[3]
Es wurden aber auch Schabmadonnen gefunden, die nur zwei Raben auf dem Rücken als Marke tragen, also ohne Wappen. Hier kann man wohl davon ausgehen, dass es sich bei diesen Schabmadonnen um solche handelt, die von Personen ausserhalb des Klosters hergestellt wurden, entweder als gefälschte Nachahmungen bis 1798 oder als Produktionen nach dem Fall des Kloster-Monopols zur Herstellung von Schabmadonnen ab 1798.[3]
Rüdiger Rothkegel deutet jedoch unter Bezugnahme auf die Schabmadonnen, die sich im Kanton Zug befinden, darauf hin, dass bei den Exemplaren, auf denen die Raben abgebildet sind, der Schildteil möglicherweise verschwunden sein könnte. [8] Rothkegel geht auch davon aus, dass wegen der langen Laufzeit der verwendeten Formen das Fehlen von Details wie das Wappen, möglich ist. [9] Es ist aber wenig plausibel, dass das Kloster Schabmadonnen ausgegeben hat, auf denen das Wappen nicht erkennbar war, wenn es dem Kloster ja gerade darum ging, sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Auch ist unwahrscheinlich, dass sich mit der Zeit das gesamte Wappen um die Raaben herum komplett aufgelöst hat, während die Raaben noch gut erhalten sind.
Einige Schabmadonnen tragen die Initialen „PO“; diese beziehen sich auf den Künstler Peter Ochsner, der von 1809 bis 1865 lebte, sodass seine Schabmadonnen nicht mehr mit dem Kloster in Verbindung gebracht werden können.
Nutzung der Schabmadonnen
Die Schabmadonnen wurden zum einen für Heilzwecke genutzt, zum anderen auch als Gnadenbildkopie.
Zu Heilzwecken hat man vom Rücken oder vom Sockel Material abgeschabt und das abgeschabte Pulver dann zum Beispiel in Wasser oder in einer Mahlzeit eingenommen. Auch kranken Tieren hat man das abgeschabte Pulver der Schabmadonnen verabreicht.[5]
Als Gnadenbildkopie genutzt wurden die Schabmadonnen beim Bau von Häusern in der Erde vergraben, in Wänden vermauert oder in Dachbalken eingelassen. Oder man hat sie bei sich getragen, indem man sie zum Beispiel in kleinen Kapseln verstaut hat, die man an einen Rosenkranz hängen konnte. Auch in Reliquienkästchen wurden Schabmadonnen teilweise integriert.[5]
Im Mirakelbuch und in der Einsiedler Chronik wird von zahlreichen wundersamen Geschichten erzählt. Die Gnadenbildkopien wurden auch gern als Schutz von gebärenden Frauen benutzt. Man hat sie auch in die Wiege von Säuglingen gelegt und in das Bettzeug von Kindern eingenäht. Eine Schabmadonna wurde auch bei einer Bestattung aus dem Jahr 1695 gefunden. Der freiburgische Wallfahrtsort Notre-Dame du Bois ist an einem Ort in einem Wald entstanden, wo ein Mann eine Schabmadonna hingestellt und mit Blumen dekoriert hatte. [6]
Quellen
[1] Marty, Evelyne: „Laicheibli“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Mittelalter : Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins = Moyen Age : revue de l’Association Suisse Châteaux Forts = Medioevo : rivista dell’Associazione Svizzera dei Castelli = Temp medieval : revista da l’Associaziun Svizra da Chastels, Band 26 (2021), Heft 4, S. 184.
[2] Marty, Evelyne: „Laicheibli“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Mittelalter : Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins = Moyen Age : revue de l’Association Suisse Châteaux Forts = Medioevo : rivista dell’Associazione Svizzera dei Castelli = Temp medieval : revista da l’Associaziun Svizra da Chastels, Band 26 (2021), Heft 4, S. 185.
[3] Marty, Evelyne: „Laicheibli“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Mittelalter : Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins = Moyen Age : revue de l’Association Suisse Châteaux Forts = Medioevo : rivista dell’Associazione Svizzera dei Castelli = Temp medieval : revista da l’Associaziun Svizra da Chastels, Band 26 (2021), Heft 4, S. 186.
[4] Marty, Evelyne: „Laicheibli“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Mittelalter : Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins = Moyen Age : revue de l’Association Suisse Châteaux Forts = Medioevo : rivista dell’Associazione Svizzera dei Castelli = Temp medieval : revista da l’Associaziun Svizra da Chastels, Band 26 (2021), Heft 4, S. 196.
[5] Marty, Evelyne: „Laicheibli“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Mittelalter : Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins = Moyen Age : revue de l’Association Suisse Châteaux Forts = Medioevo : rivista dell’Associazione Svizzera dei Castelli = Temp medieval : revista da l’Associaziun Svizra da Chastels, Band 26 (2021), Heft 4, S. 187.
[6] Marty, Evelyne: „Laicheibli“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Mittelalter : Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins = Moyen Age : revue de l’Association Suisse Châteaux Forts = Medioevo : rivista dell’Associazione Svizzera dei Castelli = Temp medieval : revista da l’Associaziun Svizra da Chastels, Band 26 (2021), Heft 4, S. 182.
[7] Rothkegel, Rüdiger: „Mittelalterliche und neuzeitliche Tonstatuetten aus dem Kanton Zug“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte = Revue suisse d’art et d’archéologie = Rivista svizzera d’arte e d’archeologia = Journal of Swiss archeology and art history, Band 63 (2026), Heft 2, S. 156.
[8] Rothkegel, Rüdiger: „Mittelalterliche und neuzeitliche Tonstatuetten aus dem Kanton Zug“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte = Revue suisse d’art et d’archéologie = Rivista svizzera d’arte e d’archeologia = Journal of Swiss archeology and art history, Band 63 (2026), Heft 2, S. 157.
[9] Marty, Evelyne: „Laicheibli“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Mittelalter : Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins = Moyen Age : revue de l’Association Suisse Châteaux Forts = Medioevo : rivista dell’Associazione Svizzera dei Castelli = Temp medieval : revista da l’Associaziun Svizra da Chastels, Band 26 (2021), Heft 4, S. 188.
[10] Marty, Evelyne: „Laicheibli“: Analyse und Typologie der Schabmadonnen-Funde aus, in: Mittelalter : Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins = Moyen Age : revue de l’Association Suisse Châteaux Forts = Medioevo : rivista dell’Associazione Svizzera dei Castelli = Temp medieval : revista da l’Associaziun Svizra da Chastels, Band 26 (2021), Heft 4, S. 189.
