Weihwasserbecken mit Kreuzigung Christi und Kreuzigungsgruppe unter Sakralbau im Barock-Stil

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Beschreibung

Art: Studiokeramik

Entwurf: unbekannt

Ausführung: unbekannt

Objekt: Weihwasserbecken

Material: Ton mit Bleiglasur

Maße: Höhe: 31 cm, Breite: 13,8 cm, Tiefe: 7 cm

Scherben: hell

Oberfläche: gelblich mit schwarzen und rötlichen Stellen

Herstellungszeitraum: wahrscheinlich 17./18. Jahrhundert (siehe Details)

Zustand: Fehlstücke, Fehlstellen, Beschädigungen und am Becken geklebt

Signatur/Marke: ohne

Details:
Das Weihwasserbecken verbindet die Form einer Kanzel mit Balustrade im gotischen Stil, die als Schale zur Aufnahme des Weihwassers dient, mit einem Kruzifix mit den Marienfiguren, das in einem Ädikula mit klassischem Giebel und für den Barock typischen salomonischen Säulen untergebracht ist. Der Giebel wird an seinem Akroterion vom Golgatha-Kreuz oder Adamskreuz gekrönt, einem Motiv, das während des Barocks und des Neoklassizismus oft verwendet wurde.

Man kann eine vertikale Interpretation von unten nach oben vornehmen, beginnend mit der Balustrade, die fast wie eine Loggia wirkt und das irdische Leben darstellen könnte, um dann zur Ädikula überzugehen, in der das Leiden Christi dargestellt ist, und schließlich zum Schädel zu gelangen, der den Tod des Menschen symbolisiert, jedoch am höchsten Punkt des Ensembles platziert ist, was den Himmel und damit den himmlischen Triumph darstellen würde.

Das heißt, ikonografisch gesehen könnte dieses Werk im 17. oder 18. Jahrhundert entstanden sein. Die Verwendung von Schwarz und Rot diente der Erzeugung von Hell-Dunkel-Kontrasten. Schwarz symbolisierte den Tod und die Sünde, Rot das Blut Christi. Diese Farbgebung entspricht der typischen Dramatik des Barocks.

Doch trotz seiner Komplexität fällt die geringe Detailgenauigkeit der menschlichen Figuren auf, vor allem bei den Gesichtern, weshalb anzunehmen ist, dass das Weihwasserbecken (auch Weihwasserkessel, Weihwasserbehälter oder Weihwassergefäß genannt) für den häuslichen Gebrauch bestimmt war.

Auf der rechten Seite sind Reste einer Art rötlichen Tons zu sehen, die die Glasur zu bedecken und in den sie sich einzubetten scheint, was darauf hindeutet, dass dieses Stück mit einem anderen verbunden war und beide gemeinsam glasiert wurden. Das Weihwasserbecken wurde wahrscheinlich entweder an einem Teil eines Kachelofens oder eines Hausaltars befestigt. Insgesamt ist das Stück auf der Vorderseite mit einer transparenten teils gelblichen Glasur glasiert, bei der es sich sehr wahrscheinlich um eine Bleiglasur handelt.