
| Robert Züblin | 12.05.2026 | 19:50 |
In der Ausstellung wird beleuchtet, wie das Bild der landschaftlich so «schönen Schweiz» vor 200 Jahren in Zeichnungen vieler Künstler vermittelt wurde – insbesondere über die Landesgrenzen hinweg.
Souvenir-Bilder als Werbe-Botschafter der «schönen Schweiz»
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Schweiz für immer mehr Reisende aus ganz Europa als Sehnsuchtsort. Die Schweizer Alpenlandschaft beeindruckte durch hohe Bergmassive, zerklüftete Felswände, blaugefärbte Gletscherzungen und Meere aus Gletschereis-Türmen (sogenannte Séracs).
Die Besucher der Schweiz wollten gern ein Souvenir dieser Naturgewalten mit nach Hause nehmen. Und so war ein Markt geschaffen, den Pioniere der Alpen-Zeichenkunst wie Caspar Wolf, Mathias Gabriel Lory und Karl Gotthard Grass bedienten.
Diese Maler der ersten Schweizer Souvenirkunst wagten sich teils selbst bis in die Hochalpen zu den imposantesten Orten der Bergwelt, um vor Ort «après nature» zu malen. Aber auch leichtere Motive wurden angefertigt, etwa von Gabriel Ludwig Lory und Franz Niklaus König, die Szenen und Gegenstände aus dem bäuerlichen Landleben illustrierten.
Gletscher als «delightful horror»
Die Gletscher wurden zur damaligen Zeit als «delightful horror» («begeisternder Horror») wahrgenommen. Sie waren beängstigend und beeindruckend zugleich. Die Zeichnungen von damals sind aber vor allem wegen ihrer Dokumentations-Eigenschaft ein wichtiges Zeugnis des teils gigantischen Ausmasses der Gletscher von vor 200 Jahren, die sich oft bis ins Tal erstreckten.
Heute sind viele der damals noch imposanten Gletscher auf eine lächerliche Grösse zusammengeschmolzen oder sogar ganz verschwunden.

Besucherinformationen
Ausstellungsname: «Gletscher & Stromschnellen – Gezeichnete Schweiz um 1800»
Dauer: 1. April 2026 – 5. Juli 2026
Ort: Graphische Sammlung ETH Zürich, Rämistrasse 101, 8006 Zürich (Hauptgebäude der ETH Zürich)
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr (Geschlossen: 14.5.2016 (Auffahrt), 23.-25.5.2026 (Pfingsten), 5.6.2026 (Symposium))
Eintritt: Frei
